Am 30.05.2023 fand in Oberding die zweite Verhandlungsrunde zum Neuabschluss des Lohn- und Gehaltstarifvertrages für den genossenschaftlichen Groß- und Außenhandel in Bayern statt. Die Gewerkschaft ver.di machte bereits zu Anfang deutlich, dass sie ein deutlich verbessertes Angebot erwarte, bereits in der ersten Verhandlungsrunde hatte die Arbeitgebersei-te eine Inflationsausgleichsprämie i. H. v. insgesamt € 1.400,00 sowie eine zweistufige Tabellenerhöhung über 24 Monate bei sieben Leermonaten von 3,8 % und 2,4 % angeboten. Wir verweisen hierzu auf unser Tarifrundschreiben vom 11.05.2023.
Gleichzeitig beharrte die Gewerkschaft auf ihrer Forderung von 13,0 % und einer Laufzeit von lediglich zwölf Monaten. Ein Abschluss mit einer Laufzeit von 24 Monaten sei – so der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Gürlebeck – nicht verhandelbar. Zudem sei eine „Nachverhandlung“ der auf Arbeitgeberempfehlung erfolgten Erhöhung von 1,7 % aus dem Jahr 2022 vorzunehmen. Die Arbeitgeberseite verwies auf das Angebot aus der ersten Verhandlungsrunde und forderte die Gewerkschaft auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und sich auch für eine Laufzeit von 24 Monaten zu öffnen. Erst dann könne ein weiteres Angebot erfolgen. Die Nachbesserung der Erhöhungsstufe von 1,7 % aus dem Jahr 2022 wurde arbeitgeberseits abgelehnt, die Nachzeichnung des bundesweiten Abschlusses aus dem Jahr 2021 ist für die Arbeitgeberseite unabdingbar und Voraussetzung für einen Tarifabschluss 2023.
Die in sachlicher Atmosphäre geführten Tarifverhandlungen wurden sodann vertagt auf den 10.07.2023.