Die Tarifverhandlungen im genossenschaftlichen Groß- und Außenhandel Bayern wurden 19.05.2026 in erster Runde in Aschheim bei München aufgenommen. Die Verhandlungen dauerten rund drei Stunden und fanden in sachlicher Atmosphäre statt, blieben jedoch leider ohne Ergebnis.
Die Arbeitgeberseite hat bereits zu Beginn der Verhandlungen deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht zunächst die seit 2021 offenen Tarifregelungen nachgezeichnet werden müssen. Hintergrund ist, dass die bundesweit vereinbarten Tariferhöhungen in unserem Tarifgebiet zwar auf Empfehlung des Arbeitgeberverbandes faktisch umgesetzt wurden, deren tarifvertragliche Umsetzung jedoch bisher an ver.di scheiterte.
Zum Zwecke dieser Nachzeichnung unterbreitete die Arbeitgeberseite das Angebot, die Tarifverträge seit dem letzten tarifierten Zustand im Jahr 2021 um insgesamt 19,07 % anzupassen. Damit sollte die tarifliche Entwicklung komplett nachvollzogen werden, wie sie so auch im übrigen Bundesgebiet tarifiert wurde.
Die Arbeitgeberseite appellierte daher an ver.di, diese tarifliche Lücke nun zu schließen. Ein tragfähiger Blick in die Zukunft und damit in die Tarifrunde 2026 könne nur dann gelingen, wenn die Vergangenheit zuvor geordnet und verbindlich geregelt werde. Ver.di war hierzu jedoch nicht bereit. Stattdessen forderte die Gewerkschaft ein Angebot der Arbeitgeberseite für die Tarifrunde 2026 sowie eine Neubetrachtung des bundesweiten Tarifabschlusses 2021. Die Arbeitgeberseite machte deutlich, dass ein neues Angebot für 2026 nicht sinnvoll unterbreitet werden könne, solange die offenen Regelungen seit 2021 nicht tariflich nachgezeichnet seien. Andernfalls würde auf eine ungeklärte Vergangenheit eine neue Tarifrunde aufgesetzt.
Die Verhandlungen wurden daher ohne Ergebnis vertagt. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 01.07.2026 statt.