Am späten Abend des 21. Juli 2026 haben die Arbeitgeber und die Gewerkschaft ver.di in der vierten Verhandlungsrunde für den allgemeinen Groß- und Außenhandel in Bayern einen Tarifabschluss erzielt.
Der Abschluss sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten folgende Regelungen vor:
Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,9 % ab August 2026,
eine weitere Erhöhung um 2,1 % ab Mai 2027,
drei Leermonate zu Beginn der Laufzeit,
Erhöhung der Ausbildungsvergütungen zum Ausbildungsjahreswechsel 2026 um € 40,00 sowie zum Ausbildungsjahreswechsel 2027 um weitere € 30,00.
Durch die vereinbarten Leermonate liegt die wirtschaftliche Belastung im ersten Jahr der Laufzeit nach Angaben der Arbeitgeberseite bei etwa 2,2 %. Der Abschluss wird von der Arbeitgeberseite als schmerzhafter Kompromiss bewertet, der die Unternehmen angesichts der weiterhin schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen erheblich belasten wird.
Dieser Tarifabschluss gilt nicht für die Mitgliedsunternehmen des GenoAGV im genossenschaftlichen Groß- und Außenhandel Bayern. Aufgrund der weitgehend vergleichbaren tariflichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist jedoch davon auszugehen, dass das Ergebnis des allgemeinen Groß- und Außenhandels eine wesentliche Grundlage für die weiteren Gespräche in unserem Tarifgebiet bilden wird.
Der GenoAGV wird daher mit ver.di Verhandlungen über eine entsprechende Übernahme des Tarifabschlusses für den genossenschaftlichen Groß- und Außenhandel Bayern aufnehmen.
Voraussetzung für eine abschließende Verständigung ist allerdings, dass zuvor die bereits bekannten und bislang ungelösten tariflichen Probleme sachgerecht geklärt werden. Eine bloße Übernahme des aktuellen Abschlusses, ohne zugleich diese offenen Fragen zu bereinigen, kommt aus Sicht der Arbeitgeberseite nicht in Betracht. Ziel muss vielmehr eine tragfähige Gesamtlösung sein, die sowohl den aktuellen Tarifabschluss berücksichtigt als auch die noch bestehenden Konfliktpunkte verlässlich und dauerhaft löst.
Ein Termin für die Verhandlungen mit ver.di steht derzeit noch nicht fest. Wir werden Sie über die weitere Entwicklung und die Aufnahme der Gespräche zeitnah informieren.