Erste Tarifverhandlungsrunde ergebnislos auf den 21.05.2026 vertagt

Mit einer knapp dreistündigen Tarifverhandlung in Stuttgart ist die Tarifrunde 2026 für den Genossenschaftlichen Groß- und Außenhandel Baden-Württemberg am heutigen Tage gestartet. 

Zunächst erläuterte die Gewerkschaft ver.di ihre Forderungen, die sie bereits vorab gegenüber den Arbeitgebern angemeldet hatte. Diese lautet:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens jedoch € 250,00 

  • Laufzeit: 12 Monate 

  • Ein rentenfestes Mindesteinkommen von 14,90 pro Stunde

  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um € 150,00 

Ver.di vertritt die Auffassung, dass zwar das Geschäftsklima in der Branche negativ sei, dennoch befinde sich der Groß- und Außenhandel in einer “stabilen Umsatzsituation”.

Die Tarifentgelte hätten angesichts der Inflation seit 2020 an Kaufkraft verloren, dies drohe auch für die Zukunft. Zudem würde aus den Tarifverdiensten keine ausreichende Altersrente folgen.

Für die Arbeitgeber im Groß- und Außenhandel beschrieb Gerhard Bosch, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, die sehr angespannte Situation in den Betrieben. Seit 2019 habe es in der Gesamtwirtschaft kein Wachstum gegeben, die letzten drei Jahre seien eine andauernde wirtschaftliche Krise. Im Großhandel gebe es seit Jahren kein reales Umsatzwachstum. Die Reserven in den Unternehmen seien aufgebraucht. Das sehe man deutlich an den steigenden Insolvenzzahlen und dem realen Beschäftigungsabbau. Für die Zukunft sei keine Entspannung der Lage erkennbar, weder international noch durch echte Entlastungen der Wirtschaft auf politischer Ebene.

Die volkswirtschaftliche Argumentation von ver.di zur Höhe der Forderung sei nicht nachvollziehbar, da sie die Leistungsfähigkeit der Unternehmen verkenne und den Ernst der wirtschaftlichen Lage ignoriere.

Die Arbeitgeberseite stellte sodann durch Beiträge der Verhandlungskommissionsmitglieder die Situation in den einzelnen Branchen dar. Es wurde deutlich, von welcher Anspannung und welchen Ungewissheiten die Lage in den Unternehmen geprägt ist.

Von Gewerkschaftsseite wurde deutlich gemacht, dass eine nicht tabellenwirksame Einmalzahlung, wie beispielsweise die Entlastungsprämie, für eine nachhaltige Tarifentwicklung aus Arbeitnehmersicht nicht geeignet sei.

Die Verhandlungen wurden auf den 21.05.2026 vertagt.