Dritte Verhandlungsrunde ergebnislos

Auch die am Montag, den 10.07.2023, stattgefundene Tarifverhandlung mit der Gewerkschaft ver.di in Oberding blieb ohne Ergebnis. Die Arbeitgeberkommission wurde vor dem Verhandlungslokal von mehreren Dutzend Streikenden empfangen, die per Bus angereist waren. Noch vor Verhandlungsbeginn stellte sich die Arbeitgeberkommission den Fragen der Streikenden und betonte den Willen der Arbeitgeberseite zu einem zügigen Abschluss, dessen Ergebnis sich sehr zeitnah zugunsten der Arbeitnehmer auswirken würde. Das später, offiziell gegenüber der Gewerkschaft ver.di unterbreitete Angebot, wurde bereits skiziiert, eine vertiefte sachliche Diskussion war indes nach den Planungen der Gewerkschaft ver.di in diesem Format offenbar nicht gewollt.

Zu Beginn der Verhandlungen unterbreitete die Arbeitgeberseite folgendes verbessertes An-gebot:

  • Laufzeit: 24 Monate (01.05.2023 – 30.04.2025)
  • Tabellenerhöhung für Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen:
    + 5,1 % ab September 2023
    + 2,9 % ab August 2024
    Inflationsausgleichsprämie (IAP):
    1. € 700,00 (Auszubildende 50 %, Teilzeitbeschäftigte anteilig) bei Abschluss 
       im Folgemonat; 
    2. € 700,00 (Auszubildende 50 %, Teilzeitbeschäftigte anteilig) im Januar 2024
       Soweit Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie bereits geleistet haben, kann diese angerechnet werden.

Die Gewerkschaft ver.di wurde aufgefordert, nunmehr endlich in echte Verhandlungen einzu-treten, die durch eine Sondierung in kleinerer Gruppe vorbereitet werden sollten. Zunächst verschloss sich die Gewerkschaft dem Sondierungswunsch der Arbeitgeberseite und forderte zur Abgabe eines weiteren, verbesserten Angebots auf. Gleichzeitig machte die Gewerk-schaft deutlich, dass sie von einem 12-Monats-Abschluss nicht abrücken wolle. Schließlich kam die Gewerkschaft der Bitte der Arbeitgeberseite nach und stimmte einer Sondierung zu, die Sondierungsgruppe besetzte sie dann aber mit nahezu ihrer kompletten Verhandlungskommission. Die daraufhin erfolgte „Sondierung“ fand in sehr angespannter Atmosphäre statt und blieb gänzlich ohne Erfolg. Auch eine Fortsetzung in „großer Runde“ war bereits im An-satz erfolglos, da ver.di den bundesweiten Tarifabschluss aus dem Jahre 2021, welcher für den genossenschaftlichen Groß- und Außenhandel in Bayern aufgrund der Verweigerung der Gewerkschaft nicht abgeschlossen wurde, in der Höhe nachverhandeln wollte. Ver.di sei, so ihr Verhandlungsführer Gürlebeck, nicht bereit, einen weiteren Tarifabschluss zu vereinbaren, ohne dass eine Verbesserung der Erhöhung von 1,7 % im Jahre 2022 vereinbart würde. Dies lehnte die Arbeitgeberseite ab. Die Verhandlungen wurden daraufhin abgebrochen. Die Gewerkschaft war nicht bereit, vor Mitte August einen weiteren Verhandlungstermin anzubieten, so dass die Verhandlungen frühestens am 21.08.2023 fortgesetzt werden können.

Soweit Sie in Ihren Unternehmen vorweggenommene betriebliche Maßnahmen planen oder mit Streikmaßnahmen konfrontiert werden, wenden Sie sich bitte an die Verbandsgeschäftsstelle.