5. Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg endet ergebnislos

Am 31. Juli 2026 fand in Stuttgart die fünfte Verhandlungsrunde für den Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg statt.

Nachdem der wegweisende Tarifabschluss aus dem Tarifgebiet Bayern vom 21. Juli 2026 mit einer Laufzeit von 24 Monaten und folgenden Eckdaten:

  • Anhebung der Tariflöhne und -gehälter um

  • 2,9 % ab 1. August 2026

  • 2,1 % ab 1. Mai 2027

  • Anhebung der Azubivergütung um

    • € 40,00 ab 1. September 2026

    • € 30,00 ab 1. September 2027

zwischenzeitlich in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Rheinhessen unverändert nachgezeichnet worden war, ging die Arbeitgeberseite in Baden-Württemberg mit der klaren Erwartung in die Verhandlungen, ebenfalls den beidseits bundesweit koordinierten Abschluss umsetzen zu können. 

Wie bereits am ersten Verhandlungstag in Baden-Württemberg klargestellt, war die Arbeitgeberseite auch bereit, Tarifgruppen bei Bedarf auf den jeweils gültigen und anwendbaren gesetzlichen Mindestlohn anzuheben, falls dieser durch die anstehenden Erhöhungsschritte nicht erreicht worden wäre. 

Völlig überraschend war die Gewerkschaft ver.di nicht zu einer Nachzeichnung des Abschlusses bereit. Als Begründung wurde angeführt, ein interner ver.di-Beschluss gebe vor, dass in 2026 keine Tarifgruppe unter € 14,20 und in 2027 unter € 14,90 liegen dürfe.

Durch diesen einmaligen Vorgang hat sich ver.di über den bislang zwischen den Tarifparteien bundesweit geltenden Grundsatz, dass koordinierte Tarifabschlüsse auch in anderen Gebieten nachvollzogen werden, hinweggesetzt. An einer sachlichen Begründung für die von ver.di zusätzlich erhobene Forderung fehlte es völlig. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass es sich um eine aus dem Vorstand von ver.di stammende Vorgabe handele, die eingehalten werden müsse.

Die Arbeitgeberseite lehnte strikt ab, den bundesweit abgestimmten Abschluss grundlos nachträglich zu verändern.

Schlussendlich lehnte ver.di die Nachzeichnung des bayerischen Abschlusses ab. Eine Einigung war aus diesem Grund nicht möglich. Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen. Wann die Verhandlungen fortgesetzt werden, ist aktuell offen.